Der Ex im Kopf

Ich hab mich immer wieder gefragt, was das bedeuten soll: „eine emanzipierte Frau“. Emanzipiert wovon, vom Patriarchat? Wie kann mensch von etwas emanzipiert sein, dass allgegenwärtig und scheiß-real ist? Ich kann mich sicherlich von einigen Aspekten emanzipieren, lernen mich für meinen Körper nicht mehr zu schämen, meinen eigenen Maßstab bestimmen, mir meine Freiräume schaffen, allerdings stecke ich mitten in dem patriarchalen System, bin in ihm sozialisiert worden und werde auch weiterhin Diskriminierung in ihm erfahren. Emanzipation verstehe ich als einen schmerzhaften und gleichzeitig bereichernden Prozess ohne Ende und das Bild von der „emanzipierten Frau“ ist vemutlich nichts anderes als der Versuch das Trugbild aufrecht zu erhalten, es gäbe soetwas wie die Aufhebung des Patriarchats, auch wenn es in Wahrheit nur ein paar Privilegien sind, die einigen weißen, heterosexuellen, bürgerlichen Cis-Frauen zugesprochen werden.