Du überhörst mich

Bigender-Flagge
Bigender-Flagge

Ich sage dir, ich bin weiblich und männlich.
Ich sage dir, ich bin bigender.
Du akzeptierst das.
Du hast schon mal von Non-binarys gehört.

Ich sage dir, ich wurde bei der Geburt in „weiblich“ einsortiert.
Ich sage dir, ich bin feminin und nutze Sie-Pronomen.
Aber da ist ein Teil in mir, der männlich ist.
Du akzeptierst das.
Du hast gelernt, Non-binarys können so oder so aussehen
und dieses und jenes Pronomen nutzen,
das ändert nichts.

Ich sage dir, mein Begehren für Männer
ist dieser männliche Teil in mir.
Ich sage dir, ich begehre Männer als Mann.
Du akzeptierst das.
Du bist neugierig.
Du kennst da jemanden, bei dem das ähnlich ist.

Ich sage dir, mein Begehren für Männer ist schwul.
Du bist irritiert.
Dir fällt auf, dass das nicht geht.
Dir fällt wieder ein, dass ich weiblich bin.
Das ist okay, das ist ein Teil von mir.
Aber dir fällt ein, dass ich nur weiblich bin.

Ich sage dir, für Menschen wie mich gibt es ein Wort.
Es lautet „Girlfag“.
Du bist wütend.
Du weißt besser als ich: Ich fetischisiere, objektifiziere, eigne mir an, spiele mich auf.
Du weißt besser als ich: Ich bin bloß hetero.

Ich sage dir, ich bin bisexuell.
Du überhörst das.
Ich sage dir, es geht nicht darum, auf wen ich stehe.
Du überhörst das.
Ich sage dir, es geht um den männlichen Teil in mir,
der Männer begehrt.
Der davon träumt gesehen zu werden.
Der davon träumt zurückbegehrt zu werden.
Der davon träumt geliebt zu werden. Als Mann.
Und du überhörst das.

Es ist der Begriff sagst du. Er ist problematisch.
Ich sage dir, ich weiß das.
Ich sage dir, ich weiß das, und Menschen wie ich,
wir suchen nach anderen Worten, schon länger, aber –
geht es dir wirklich um den Begriff?

Ich sage dir, ich bin weiblich und männlich.
Du hörst: Ich fetischisiere.

Ich sage dir, ich begehre Männer als Mann.
Und du hörst: bloß hetero.

Girlfag+Genderqueer-Flagge
Girlfag+Genderqueer-Flagge

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